Handpuppen und Klassentiere im Unterricht

meine persönliche 10-Wochen-Challenge

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Dies ist etwas, das alle Puppenspieler als Disziplin lernen müssen - sich abzuwechseln.

Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob Puppen überhaupt Text gut vermitteln können. Meine ist, dass sie es können - aber es liegt an Ihnen, herauszufinden, ob Sie es mögen, wenn sie es tun.

Auch liegt das Sprechen für und mit der Puppe nicht jedem Spieler gleich von Anfang an. Ihre Figur muss nicht unbedingt sprechen können. In meinen Stück FROM THE ZOO bin ich die einzige, die Worte und Sätze spricht. Gerade Tierfiguren können vielleicht nur Tierlaute von sich geben und ansonsten nur nicken oder den Kopf schütteln. Es ist auch möglich, dass die Figur schüchtern ist und nur mit Ihnen flüstern kann.

Verhalten und Beziehungen werden aus der Reaktion auf Körpersprache und Rhythmus aufgebaut. Ziemlich komplexe Szenen können nur mit diesen Elementen aufgebaut werden, bevor wir überhaupt an Text und Sprache denken. Wenn eine Figur körperlich sehr ausdrucksstark ist, mag es möglicherweise seltsam erscheinen, sie sprechen zu lassen.

"Sprechen" kann also auch eine Bewegung sein, "Zuhören" ist dann Beobachten. Der Fokus ist immer ganz klar auf dem, der gerade spricht oder die größere Bewegung macht.

Sie als Spieler müssen in jedem Fall sagen, was Sie der Puppe sagen wollen - und dann müssen Sie zuhören, was die Puppe Ihnen antwortet.

Wenn Sie als Lehrkraft sprechen, hört die Figur zu und bewegt sich nur minimal. Sprechen Sie die Figur an, wenden Sie sich einander zu. Sprechen Sie mit der Klasse, wandert der Blick der Figur zwischen Ihnen und der Klasse hin und her. Spricht die Figur zur Klasse, blickt sie in die Gruppe. Spricht die Figur mit einem Schüler, nimmt sie Blickkontakt auf.

Spricht die Figur jedoch mit Ihnen, dem Spieler, darf sie Sie niemals ansehen. Die Illusion der Szene würde zerstört werden, da die Kinder beide Münder gleichzeitig in Bewegung sehen würden. Während Sie als Spieler für die Puppe sprechen, schaut die Puppe ins Publikum, Richtung Boden oder Decke. Zu Ihnen sieht die Puppe nur dann, wenn Sie für sich selbst sprechen oder gerade niemand etwas sagt.

Eine zuhörende Puppe ist sehr oft völlig still. Das kann unerfahrene Puppenspieler nervös machen, da sie das Gefühl haben, dass sie nichts tun. Manche Puppenspieler haben das Gefühl, dass sich die Puppe aktiv bewegen muss, um lebendig zu sein. Das ist aber nicht der Fall. Die winzige Bewegung Ihres Atems wird ihr geben, was sie braucht.

Eine Figur, die nur zuhört oder nur guckt, tut etwas sehr Wichtiges: Sie lässt das Publikum die ganze Szene sehen.

Die Technik, beide Stimmen in einem Gespräch zu übernehmen, ist leider nicht einfach. Sie erfordert Übung.