Theater Brausepulver Lübeck

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Warum sind die Vorstellungen anderer Theater für den Englischunterricht oft bilingual und Ihre nicht?

 

Foto: Tom Blunt, Flickr.com

tombluntenglisch1Zweisprachige Stücke sind für Theatermacher sehr praktisch. Man hat immer jemanden auf der Bühne, der Deutsch spricht. So kann man alle Inhalte auf die Bühne bringen. Egal, welche englischen Sprachkompetenzen die zuschauenden Kinder mitbringen. Man kann auf der Bühne Sachverhalte erörtern wie: Können Mädchen Clown werden? Sind Mädchen klüger als Jungen? Das wäre im einsprachigen Ansatz super schwer. Mir würde da nicht so schnell etwas einfallen.

 

In der Zweisprachigkeit können sich die Kinder solche Inhalte erschließen. Ganz einfach, indem sie die deutsch gesprochenen Sätze nehmen und sich dann denken, was die andere Figur wohl auf Englisch gesagt haben könnte. Das ist auch eine Denkleistung, die Ihre Schüler da vollbringen. Die hat aber mit der englischen Sprache nichts zu tun. Die Figur könnte auch Chinesisch sprechen, und die Strategie würde genauso funktionieren. Der englische Anteil im Stück bleibt nur Sprachbad.

 

In bilingualen Stücken nutzen Ihre Kinder die deutsche Sprache als Schlüssel und nicht das, was sie sonst im Englischunterricht an Werkzeugen zum Erschließen von Fremdsprache haben, also Schlüsselwörter, Tonfall, Lautstärke, Tempo, Mimik und Gestik. All diese Dinge, die den Kindern sonst helfen, das Englische zu decodieren, treten hinter die deutsche Sprache zurück. Die Anbieter bilingualer Stücke machen oft gutes Theater, beschäftigen sich aber überhaupt nicht mit den didaktischen Grundsätzen des Englischunterrichts.

 

Im aktuellen Hamburger Bildungsplan Grundschule Englisch heißt es: „Im Englischunterricht ist die englische Sprache von Beginn an Unterrichts- und Arbeitssprache. Da die Themen und Inhalte des Englischunterrichts für Ihre Schüler handlungsorientiert erfahrbar werden, ist der Einsatz des Deutschen selten erforderlich.“

 

Ich behaupte: Im Theater für den Englischunterricht der Grundschule ist der Einsatz des Deutschen nicht erforderlich. Niemals.

 

Ein einsprachiges Theaterstück für den Englischunterricht muss nur anders konzipiert sein und auch anders inszeniert. Man kann eben nicht einfach irgendein Märchen nehmen und 1:1 umsetzen. Die Geschichte, die man auf die Bühne bringen möchte, muss klug ausgewählt sein. Handlungen müssen im Mittelpunkt stehen, keine Erörterungen. Probleme müssen sichtbar gemacht werden, und zwar nicht durch Sprache, sondern durch das Zeigen von Dingen, durch Gestik und Mimik der Handelnden.

 

In den Schulvorstellungen des Theaters Brausepulver finden alle Dialoge und auch die Interaktion zwischen Ihren Kindern, den Puppen und mir ausschließlich in der Fremdsprache statt. Wesentliche Ausdrucksmittel sind neben der englischen Sprache und dem Spiel mit Figuren die vielfältigen Erzählweisen mit und über den Körper, die Bewegung, die Geste. Der vorgegebene sprachliche Rahmen in meinen Kindertheaterstücken ist dabei für Ihre Schüler überschaubar und bietet ihnen somit Sicherheit.

 

Variationen in Tonfall, Lautstärke, Tempo, Mimik und Gestik helfen Ihren Schülern, das Geschehen auf der Bühne zu decodieren. Ihre Schüler zeigen ihr Verständnis durch angemessenes Reagieren. Selbst Schüler mit wenig Englischerfahrung fühlen sich in den Schulvorstellungen ermutigt, mit ihrem eingeschränkten Wortschatz unter Zuhilfenahme von Gestik und Mimik zu kommunizieren. Genau das passiert in den Vorstellungen meines Theaters.

 

Es funktioniert. Immer.

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