Theater Brausepulver Lübeck

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Kurze Antwort: Kann ich gar nicht.

 

Aber Ihr habt mit Eurer Beobachtung auch Recht. Mein Theater ist kein Kaspertheater.

 

Schaut Ihr hinter die Bühne eines traditionellen Handpuppentheaters, seht Ihr, wie der für den Zuschauer unsichtbare Puppenspieler den Gang und die Mimik der Puppe übernimmt. Er selbst geht ganz im Spiel seiner Puppe auf. Das herkömmliche Puppenspiel ist ein Monolog oder ein Gespräch der Puppe mit sich selbst, mit anderen Puppen und manchmal auch mit den zuschauenden Kindern.
 

Das Puppenspiel des Bauchredners hingegen ist immer ein Dialog, ein Gespräch zwischen der Puppe und dem Bauchredner. Es wird der Eindruck erweckt, dass auf der Bühne zwei eigenständige Charaktere agieren. Bauchredner und Puppe sind für die Zuschauer sichtbar. Der Bauchredner selbst spielt auch eine Rolle, er ist ein Schauspieler.

 

Mein Theater mischt nun diese beiden Formen. Ich bin Schauspieler und Puppenspieler, und zwar gleichzeitig. Ich bin als Spielerin offen auf der Bühne und habe meine eigene Rolle im Stück. Das hat für die zuschauenden Kinder den Vorteil, dass ich immer als ihr direkter Ansprechpartner auf der Bühne bin und auf das, was das Publikum gerade braucht, reagieren kann. Gerade im fremdsprachigen Theater ist diese Interaktivität besonders wichtig, die vielfältigen Erzählweisen mit und über den Körper, die Bewegung, die Geste. Variationen in Tonfall, Lautstärke, Tempo, Mimik und Gestik helfen allen, das Geschehen auf der Bühne zu verstehen.

 

Ich stehe also wie ein Bauchredner gemeinsam mit meinen Puppen auf der Bühne. Trotzdem gibt es ein paar grundsätzliche Unterschiede. Bauchreden ist meist ein Nummernprogramm. Es gibt in der Regel keine durchgängige Handlung oder Geschichte. Selbst in der einzelnen Nummer gibt es oft keine sichtbare Handlung. Die Puppe sitzt in der Regel fest an einem Platz und redet mit dem Bauchredner. Wenn man die gesprochene Sprache nicht versteht, ist es fast unmöglich zu entschlüsseln, worum es überhaupt geht.

 

Bauchredner schreiben die Texte Ihrer Puppen in einer ganz eigenen Sprache, nämlich ohne die Buchstaben, für die man üblicherweise seine Lippen bewegt: B, M, P, W. Um B, M, P, W vermeiden zu können, helfen sie sich mit anderen Wörtern weiter, z. B. sagt die Puppe statt "sprechen" eben "reden". Sind solche Synonyme nicht möglich, ersetzen Bauchredner "B" durch "D", "M" durch "N", "W" durch "F" und "P" durch "T". Den Unterschied hört man kaum. Im Idealfall kann man nicht erkennen, dass der Bauchredner für die Puppe spricht.

So eine eigene Sprache haben wir Puppenspieler nicht. Wer uns anschaut, kann ganz deutlich sehen, dass sich unsere Lippen bewegen, wenn wir mit der zweiten Stimme für unsere Puppe sprechen. Unser Trick besteht darin, dass genau dann, wenn die Puppe spricht, eben niemand auf uns achtet, sondern der ganze Fokus auf der Puppe liegt. Das erreichen wir, indem 1. der Spieler die Puppe anschaut, 2. die Puppe nicht den Spieler anschaut und 3. die Puppe die größere Bewegung macht. Deshalb funktionieren große Klappmaulfiguren so gut, weil die Bewegungen ihre Münder so viel größer sind als die Bewegung unserer Lippen. Bei kleineren Tischfiguren geht die Sprechbewegung durch den ganzen Puppenkörper. So bleibt die Aufmerksamkeit der Zuschauer ganz selbstverständlich bei der Puppe. Ganz ohne Bauchreden.

 

Wollt Ihr mich und mein englisches Puppentheater kennenlernen?

 

Eine Einladung an Eure Schule würde mir viel bedeuten.

 

Am besten fragt Ihr Eure Eltern oder Eure Lehrer. Diese können mir einfach schreiben: post@theaterbrausepulver.de. Eure Bärbel Frank

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